Planen Sie mit cadvilla und möchten Sie nachträglich Wände verschieben oder Räume auftrennen? In diesem Beitrag erklären wir Ihnen detailliert, welche Auswirkungen bauliche Veränderungen auf automatisch generierte Raumpolygone haben. Erfahren Sie, wie sich Fußböden, Raumbezeichnungen und Texturen verhalten, wenn Sie Ihren Grundriss im Nachhinein anpassen. Mit unseren Hinweisen vermeiden Sie zudem unerwünschte Verschiebungen von Raumbeschriftungen. Lesen Sie weiter, um Ihren Workflow bei der Raumplanung zu optimieren und Fehler zu vermeiden.
Allgemeines zur Raumbildung:
Sobald Sie in cadvilla mehrere Wände so zeichnen, dass sie ein geschlossenes Polygon (Raumpolygon) bilden, erkennt die Software dies als Raum. Daraufhin werden automatisch folgende Elemente für Sie erstellt:
- Fußboden
- Raumbezeichnung (z. B. „Raum 1“)
- Raumbeschriftung (beinhaltet die Raumbezeichnung und optional weitere Werte wie Bodenfläche, Wohnfläche oder Volumen, sofern dies in den Raumeigenschaften als Standard hinterlegt wurde)
Die automatisch erstellte Raumbezeichnung besteht standardmäßig immer aus dem Text „Raum“ und einer fortlaufenden Nummer. Sie können diese Bezeichnung jedoch jederzeit manuell in den Eigenschaften ändern (z. B. in „Flur“ oder „Küche“). Bei der Texturierung des neu entstandenen Raumes werden der Fußboden und die umgebenden Wände zunächst mit der Standardtextur belegt.
Was passiert, wenn eine bestehende Wand verändert wird – vier Beispiele?
Wenn Sie den Grundriss nachträglich anpassen und eine Wand eines bestehenden Raumpolygons ändern, prüft cadvilla im Hintergrund verschiedene Szenarien. Anhand der folgenden vier Beispiele (wie sie auch in den Support-Bildern veranschaulicht werden) zeigen wir Ihnen die genauen Auswirkungen:
1. Die Raumform ändert sich (z. B. eine Wand bekommt einen anderen Winkel)
- Auswirkung: Das bestehende Raumpolygon (z. B. von Raum 1) passt sich der neuen Form an. Gleichzeitig ändert sich das Polygon des automatisch erstellten Fußbodens.
- Was gleich bleibt: Die eingestellte Höhe des Fußbodens und die Raumnummer bleiben unverändert erhalten.


2. Der Raum ist nicht mehr geschlossen (z. B. eine Außenwand wird verkürzt oder gelöscht)
- Auswirkung: Da die Wände den Bereich nicht mehr komplett umschließen, fällt das bestehende Raumpolygon komplett weg.
- Folge: Der automatisch erstellte Fußboden (inklusive der eingestellten Fußbodenhöhe) sowie die Raumbeschriftung werden gelöscht.


3. Zwei Räume werden verbunden (z. B. eine Trennwand wird verkürzt oder entfernt)
- Auswirkung: Eines der beiden Raumpolygone (z. B. Raum 2) fällt weg. Damit verschwinden auch dessen Fußboden und Raumbeschriftung. Das andere Raumpolygon (z. B. Raum 1) vergrößert sich und füllt nun den gesamten Bereich aus.
- Folge: Der neue, größere Raum übernimmt die Fußbodenhöhe und die Raumnummer von Raum 1. Die neu hinzugekommenen Wände (die ehemals zu Raum 2 gehörten) werden automatisch mit der Wandtextur von Raum 1 versehen.
- Hinweis: Welcher der beiden Räume (Raum 1 oder Raum 2) bei diesem Vorgang wegfällt, entscheidet das System zufällig und kann nicht vorherbestimmt werden.


4. Ein Raum wird geteilt (z. B. eine bestehende Trennwand wird verlängert)
- Auswirkung: Durch die Teilung entsteht ein zusätzliches, neues Raumpolygon.
- Folge für den neuen Raum: Es wird ein neuer Fußboden (mit der in den Geschosseigenschaften eingestellten Standardfußbodenhöhe) und eine neue Raumbezeichnung (z. B. Raum 2) generiert. Die Wände des neuen Raumes erhalten die Standard-Wandtextur.
- Folge für den alten Raum: Das ursprüngliche Raumpolygon (Raum 1) wird kleiner. Die individuell eingestellte Fußbodenhöhe und die Raumbezeichnung von Raum 1 bleiben jedoch erhalten.


Was passiert mit manuell verschobenen Raumbeschriftungen?
Oftmals verschiebt man die automatisch zentrierte Raumbeschriftung (den Textblock mit Quadratmetern etc.) manuell an eine andere Stelle im Raum, damit sie nicht von Möbeln verdeckt wird.
Wichtig: Wenn eine automatisch positionierte Raumbeschriftung einmal manuell von Ihnen verschoben wurde, merkt sich cadvilla diese exakte Position (X/Y-Koordinate) dauerhaft. Dies kann bei späteren Grundrissänderungen zu Verwirrung führen:
- Bei Formänderung (wie in Beispiel 1): Die Beschriftung bleibt stur an der manuell gesetzten Position, auch wenn diese nun vielleicht ungünstig am Rand des neuen Raumpolygons liegt.


- Bei Raumauflösung (wie in Beispiel 2): Fällt der Raum weg, verschwindet natürlich auch die manuell verschobene Beschriftung.


- Bei Raumverbindung (wie in Beispiel 3): Die Beschriftung des verbleibenden Raumes bleibt exakt an der manuell definierten Stelle stehen.


- Bei Raumteilung (wie in Beispiel 4): Die Beschriftung des ursprünglichen Raumes (Raum 1) bleibt an ihrer manuell veränderten Position. Für den neu entstandenen Raum (Raum 2) wird die Beschriftung wieder standardmäßig automatisch in der Mitte positioniert.


Resümee und Empfehlung für Ihren Workflow
Aus dem oben gezeigten Verhalten bei der Generierung von Raumpolygonen und Texten leiten sich zwei wichtige Grundregeln für eine stressfreie Planung ab:
- Raumbezeichnungen spät ändern: Ändern Sie die automatischen Namen (z. B. von „Raum 1“ in „Wohnzimmer“) erst dann, wenn am Grundriss keine baulichen Änderungen (Wände verschieben/löschen) mehr anstehen.
- Texte ganz am Schluss verschieben: Führen Sie die optische Positionierung der Raumbeschriftungen erst ganz am Ende Ihrer Planung durch. So verhindern Sie, dass Texte nach einer Wandverschiebung plötzlich außerhalb des Raumes oder an unpassenden Stellen stehen.
Tipp: Bitte beachten Sie auch unseren Beitrag zum Thema: Automatische Positionierung von Raumtexten wiederherstellen


